I. Terminus
1. Allgemein
Die ab 1525 belegte dt. Form von lat. affectus bezeichnet einen emotionalen Vorgang, dessen Außenseite als Effekt oder effectus körperlich sichtbar ist. Dagegen blieb der Begriff affectio lateinisch und auf die Art und Weise (die technische Beschaffenheit) eines elementaren mus. Gebildes bezogen. So hat die »affectio notae« (Zwei- oder Dreizeitigkeit) etwa bei A. Raselius (1591) mit dem affectus allenfalls indirekt zu tun. Die dem Affekt entsprechenden Begriffswörter der traditionellen europäischen Hauptsprachen lauten: engl. emotion, affection, frz. éthos, émotion, passion, affection und ital. affetto, effetto. Das dt. Wort Gemütsbewegung wird heute in der Regel ohne Abgrenzung einerseits gegenüber dem (sich verborgener äußernden) Gefühl verwandt, andererseits gegenüber der (länger währenden, von I. Kant als »habituelle Begierde« definierten) Leidenschaft. Da diese erst ab Ph. von Zesen (1647) so benannt wurde und da das Gefühl erst vom Ende des 17. Jh. an in Wörterbüchern auftaucht (s. einschlägige Art. bei ...