Abgeleitet von dem amerikanischen Slangausdruck to rap (= ›quasseln‹) bezeichnet der Begriff einen Ende der 1970er Jahre im Kontext der urbanen Jugendkulturen ethnischer Minderheiten in den USA (AfroAmerikaner, Puertorikaner, Jamaikaner) aufgekommenen Musikstil, der im Sommer 1979 in der Diskoszene New Yorks fast schlagartig Furore machte und sich anschließend nahezu global verbreitete. Die Bezeichnung bezieht sich auf die in den afro-amerikanischen Diskotheken entwickelte rhythmische Schnellsprechpraxis der Discjockeys, die mit rasanten Wortkanonaden und dem Ineinandermixen von Titelfragmenten aus dem Material von zwei, manchmal auch mehreren parallel abgespielten Platten eine äußerst dynamische, zum Tanzen animierende Atmosphäre erzeugten. Schon Mitte der 1970er Jahre war dafür von dem damals gerade dreizehnjährigen Discjockey Grand Wizard Theodore (* 1963) eine als Scratching bezeichnete spezielle Technik entwickelt worden, bei der die Platten (im alten Vinylformat) durch Zwischenlegen einer Filzscheibe (Slipmat) auf dem Plattenteller beweglich gemacht sind. Trotz laufendem Plattenteller können sie so mit der Hand kurzzeitig angehalten werden, um Ausschnitte eines zweiten Titels dazwischenzuspielen, oder aber unter der Nadel rhythmisch hin und her bewegt werden, so daß aus der Musik heraus ein rhythmisiertes Geräusch entsteht, das jederzeit durch Loslassen der Platte wieder in Musik übergehen kann. In...