* 19. August 1914 in Bad Ems, † 7. April 2002 in Göttingen, Musikwissenschaftler. Boetticher studierte nach pianistischer Ausbildung von 1933 bis 1938 Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie bei A. Schering, G. Schünemann, C. Sachs, H. J. Moser, Fr. Blume, H. Osthoff, J. Wolf, W. Pinder und N. Hartmann. 1939 wurde er an der Univ. Berlin mit einer Arbeit über R. Schumann promoviert. Ab 1937 (hauptamtlich ab 1939) arbeitete er unter Herbert Gerigk in der Hauptstelle Musik im Reichsüberwachungsamt der NSDAP, von 1940 bis 1944 im Sonderstab Musik des Einsatzstabes Reichsleiter Rosenberg, der u. a. Konfiskationen von Musikalien, Büchern und Instrumenten in den von deutschen Truppen besetzten Ländern vornahm. 1943 wurde Boetticher mit dem Schumann-Preis der Stadt Zwickau ausgezeichnet, habilitierte sich an der Univ. Berlin und lehrte dort von 1943 bis 1945, von 1944 an als Dozent. 1948 an die Univ. Göttingen umhabilitiert, wurde er 1956 zum apl. Prof., 1974 zum Wissenschaftlichen Rat und Prof. ernannt. Am Musikwissenschaftlichen Seminar der Univ. Göttingen, mit dessen Leitung er von 1977 bis 1982 beauftragt war, lehrte er bis 1998. Schwerpunkte seiner Forschung bilden das Schaffen von R. Schumann und O. di Lasso sowie Lauten- und Gitarrentabulaturen des 15. bis 18. Jahrhunderts.