*18. Jan. 1778 in Glatz (Schlesien; heute Kłodzko, Polen), †25. Jan. 1830 in Wien, Bratschist und Komponist. Weiß war Schüler des Zisterziensers Gottfried Anton Stolle in Königsaal bei Prag, bevor er nach Wien ging, wo er 1794 bis 1798 im Dienst von Fürst Carl Lichnowsky stand (gemeinsam mit I. Schuppanzigh, J. Mayseder, Anton Schreiber [Lebensdaten unbekannt], Ludwig Sina [1778–1857] und N. Kraft). Zwischen 1808 und 1816 war er Mitglied des von Fürst A. Rasumowsky unterhaltenen Schuppanzigh-Quartetts, das sich insb. für die Streichquartette Beethovens einsetzte, mit dem Weiß auch persönlich bekannt war (s. Konversationshefte). Von 1821 bis 1823 gehörte er dem von J. Böhm gegründeten Streichquartett an. Nach Schuppanzighs Rückkehr aus Rußland spielte er ab 1823 wieder in dessen Quartett. Weiß erwarb sich den »Rang des ersten Viola-Spielers in Wien« (AmZ 17, 1815, Sp. 505). Er trat wiederholt als Virtuose in eigenen Konzerten und mit eigenen Werken vor die Öffentlichkeit und hat u. a. bei der Invaliden-Akad., in deren Rahmen Beethovens 7. Symphonie und Wellingtons Sieg zur Uraufführung kamen, und in dem am 26. März 1828 von Fr. Schubert veranstalteten Konzert mitgespielt.