I. Terminus Die Bezeichnung Monodie, von griechisch μονῳδία (μόνος = allein,  ᾠδή = Gesang), wurde im frühen 17. Jh. zur Beschreibung der neuen begleiteten solistischen Vokalmusik wiederbelebt. Es ist bezeichnend, daß G. B. Doni, der Autor, der den Begriff als erster auf diese Musik anwandte, ein humanistisch gebildeter Gelehrter war, dessen Interesse der Musik der griechischen Antike galt. In seinem 1635 veröffentlichten Compendio del trattato de’ generi e de’ modi della musica schlug er »a essempio de gli antichi« vor, Musik für eine Stimme »chiamare Monodie« (S. 102). Μονῳδία bezeichnete in der griechischen Antike lyrische, melische Dichtung, die ohne oder mit Begleitung der Lyra, der Kithara oder des Aulos von einer Einzelstimme gesungen wurde (zu ausführlichen terminolog. Nachweisen vgl. W. Frobenius 1984). In Abgrenzung zum chorischen und epischen Gesang diente sie dem Ausdruck der Gefühle eines Individuums, sei es eines Bürgers, eines Dichters oder einer Bühnenfigur und konnte auch Trauer- oder Klagegesang bedeuten. In der zweiten Hälfte des 5. Jh. v. Chr. wurde der Begriff zur Beschreibung des Sologesangs in den Tragödien des Euripides verwendet (vgl. Frobenius 1984, S. 1), besonders durch Aristophanes, der μονῳδία...