*um 1520 in Böhmisch Krumau (Český Krumlov), †10. Dez. 1593 in Prag. Nach dem Studium an der Univ. Leipzig (1541–1542) war Christoph Hecyrus seit 1542 Lehrer und seit 1544 Rektor an der Lateinschule in Budweis (České Budějovice) und wurde hier 1560 Stadtschreiber (bis 1570). Nach dem Tode seiner Frau wurde er in Prag 1571 zum Priester geweiht und wirkte als Kaplan in Budweis, als Pfarrer in Komotau (Chomutov) (1572) und in Kaaden (Kadaň) (1573–1581) sowie als Dechant in Budweis (1581–1593). In seinem letzten Lebensjahr war er Domherr des Prager Domkapitels. Hecyrus gehörte einer Reformbewegung der humanistisch gebildeten katholischen Gelehrten an, die in den mitteleuropäischen Ländern mit der Mehrheit der nichtkatholischen Bevölkerung unabhängig vom Trienter Konzil (1544–1563) wirkte. Unter den gottesdienstlichen Formen, die diese Bewegung von der Reformation übernahm, waren auch Gemeindegesang und das Kirchenlied. Bereits 1552 veröffentlichte Hecyrus in Wien Ein Schöner Christlicher Ruff vnd dancksagung, eine Bearbeitung der Litanei für die Prozessionen in der Karwoche. Die Sammlung Veteres ac piae cantiones von 1561, die Hecyrus während seiner Budweiser Lehrtätigkeit gesammelt und z. T. selbst komponiert hatte, ist sein größtes Werk. Sie enthält 63 einfache vierstimmige Sätze meist geistlichen Inhalts...