*um 1710 in Venedig, †25. Sept. 1791 in München, Komponist, Instrumentalist und Gesangslehrer. Das Geburtsjahr Ferrandinis kann nur aufgrund späterer Altersangaben in Münchner Dokumenten (Sterberegister) bestimmt werden. Nach dem Studium bei A. Biffi am venezianischen Cons. dei Mendicanti kam Ferrandini schon als Knabe an den Münchner Hof, wo er zunächst am 15. Mai 1722 als Oboist in die Kapelle Herzog Ferdinands von Bayern, 1723 auch in die kurfürstliche Hofkapelle aufgenommen wurde. Kurfürst Karl Albrecht (der spätere Kaiser Karl VII.) ernannte ihn am 1. April 1732 zum Kammer-Compositore, nach dem Tode von P. Torri am 23. Juli 1737 zum Dir. der Kammermusik und kurfürstlichen Rat. In diese Zeit fallen seine bedeutenden Drammi per musica für das alte Münchner Opernhaus am Salvatorplatz und ein Aufenthalt in Wien, wo er Kaiser Karl VI. am 3. Juli 1739 einen Band mit Kammerkantaten widmete. 1742 schrieb Ferrandini das Componimento zur Kaiserkrönung Karls VII. in Frankfurt; im folgenden Jahrzehnt verhinderten die Kriegswirren und die Notlage des Landes größere Aufträge. Erst mit seiner Eröffnungsoper für das neue Hofopernhaus, das sog. Cuvilliés-Theater, läutete er 1753 eine neue Blütezeit der metastasianischen Oper in München ein. 1755, nach der Ernennung zum ...