* 24. Okt. 1722 in Modena, † 1780 in Berlin, Sängerin. Die Informationen über Agricola-Moltenis Lebensweg sind lückenhaft. Nach Ch. Burney (1773, S. 376) wurde sie bei N. Porpora, J. A. Hasse und F. Salimbeni zur Sängerin ausgebildet. Bereits mit 13 Jahren gab sie zur Spielzeit 1735/36 ihr Bühnendebüt in Forlì als Nirena in Eurene von L. A. Predieri. Nach weiteren Auftritten in Norditalien (Verona 1736, Mailand 1736/37) ist sie 1739 in Prag nachgewiesen. Im Herbst des Jahres 1742 traf sie in Berlin ein und sang dort am 7. Dez. zur Eröffnung des neuen Opernhauses in C. H. Grauns Cesare e Cleopatra. 1751 heiratete sie den Komponisten J. F. Agricola, »eine That, welche ihr der König niemals vergeben hat« (s. Mendel-Reißmann, Bd. 1, 1870, S. 72). Die Gründe für Friedrichs II. Verärgerung über diese Eheschließung sind unklar, eindeutig jedoch ihre Resultate: Das Gehalt der Sängerin wurde um ein Drittel gekürzt, außerdem war sie seit der Ankunft der vom König hochgeschätzten Sopranistin G. Astrua im Jahre 1748 als Sängerin in die zweite Reihe gedrängt worden und widmete sich nun verstärkt der Kammer- und Kirchenmusik, etwa 1755 bei der Uraufführung von Grauns Oratorium Der Tod Jesu. Nach dem Tod ihres Mannes wurde sie 1774...