I. Bedeutungsumfang Das feminine Substantivum φωνή (phonē) ist seit Beginn der schriftlichen Überlieferung in der griechischen Antike bezeugt, vielfach schon bei Homer. Das Wort entwickelte sich zu einem zentralen Elementarbegriff des Akustischen nicht nur in physikalischer, physiologischer und psychologischer, sondern auch in musiktheoretischer Hinsicht, wobei der Terminus sich insbesondere auf jenes Überschneidungsfeld des Auditiven bezieht, das Sprache und Musik teilen. Die Wörterbücher geben die Bedeutungen von φωνή mit Ton, Laut, Stimme und Sprache an, die des dazugehörigen Verbums φωνεȋν mit tönen, ertönen, nennen und sprechen. Soweit Musik und Musiktheorie betroffen sind, stehen zwei Bezugspunkte im Vordergrund: einerseits der Klang bzw. Ton, andererseits die Stimme, voran die des Menschen; entsprechend bezeichnet griech. φωνασκός (lat. phonascus) den Stimmbildner oder Gesanglehrer. Eine Vielzahl von mit phonē zusammengesetzten Ausdrücken begegnet schon in der Antike: ἀντίφωνος, διάφωνος, ὁμόφωνος, παράφωνος, πολύφωνος und σύμφωνος (→Konsonanz-Dissonanz) blieben seither in wechselnden Bedeutungen Kernbestandteile der musikalischen Terminologie oder wurden wie →Heterophonie (ἑτεροφωνία) in der Ethnomusikologie als Termini wiederbelebt. Neologismen sind ebenfalls in kaum überschaubarer Zahl geläufig: für Instrumente wie Vibraphon und Xylophon, für technische Neuerungen wie Phonograph und Grammophon, für die...