Die Zuschreibung zum dreistimmigen Virelai »Et trop penser« in I-Rc 2856 (ca. 1480; weitere Quellen in D. Fallows 1999). Sowohl Arthur S. Wolff (1970) als auch Martin Staehelin (1977) haben unabhängig voneinander vermutet, daß hiermit Josquin Desprez gemeint sein könnte, da dessen Name in verschiedenen sonderbaren Formen im Ms. erscheint; Staehelin vermutet einen Kopierfehler von »Goskin«. Diese Meinung ist 1991 von Jaap van Benthem und Howard Mayer Brown zurückgewiesen worden zu Gunsten der Annahme, ein Komponist namens Bosfrin habe existiert. Der Tenor des Liedes basiert auf einer einstimmigen Melodie, die in F-Pn fr.12744 überliefert ist. Der Stil dieses Werkes läßt mit seinen gedrängten Imitationen und seiner rhythmischen Verve tatsächlich die Autorschaft von Josquin vermuten, zumal es dessen vierstimmiger Chanson »Je sey bien dire« ähnelt. Das Werk hatte beträchtlichen Erfolg und wurde für Messen von Gaspar van Weerbeke, H. Isaac und J. Obrecht (Plurimorum carminum I) verwendet sowie in mehreren Quellen bis hin zum Terpsichore (1612) von M. Praetorius zu einem Tanz umgearbeitet.