in Noyon, †nach 1521 an unbekanntem Ort, Sänger und Komponist. In einem bisher unveröffentlichten Dokument des Vatikans (I-Rasv Registra supplicatorum 1425, fol. 24v-25r) beschreibt Bruhier sich als Kleriker der Diözese Noyon und als unehelicher Sohn eines Priesters und einer unverheirateten Frau. Bruhier ist möglicherweise identisch mit Antonio Brugier, der im Jahr 1474 an der Mailänder Hofkapelle tätig war. Im Jahr 1504 leitete er für wenige Monate die Kapelle an der Kathedrale von Langres. Von 1505 bis 1508 war er bei Kardinal Ippolito d’Este (1479–1520) in Ferrara angestellt, dann bei Francesco Maria I. della Rovere (1490–1538), dem Herzog von Urbino, und hatte darüber hinaus nicht näher geklärte Beziehungen zu Sigismondo d’Este (1480–1524). Kurz nach der Einsetzung Leos X. (11. März 1513), möglicherweise schon im Apr. 1513, wurde er einer der cantori segreti des Papstes. Er behielt diese Position während des gesamten Pontifikats Leos X. Ob er zur selben Zeit auch Mitglied der päpstlichen Kapelle war, ist nicht geklärt. Sein Gehalt von acht Dukaten (höher als das aller anderen privaten Sänger) entsprach genau dem der päpstlichen Sänger, doch bis 1519 wurde er nie spezifisch als Sänger der päpstlichen Kapelle bezeichnet....