I. Historischer Abriß Die in Umbrien in der Provinz Perugia gelegene Stadt Assisi wurde 399 römische Kolonie mit dem Namen Asisium. Der hl. Rufino, Bischof und Märtyrer (238), bekehrte die Einwohner zum Christentum. Assisi war Geburts- und Wirkungsstätte des hl. Franziskus (1181/82-1226). Das Franziskanerkloster, dessen mit Fresken von Cimabue, Giotto, Simone Martini und Pietro Lorenzetti geschmückte Doppelkirche (Ober- und Unterkriche) 1235 geweiht wurde, ist Gründungsort des Franziskanerordens. Nach den romanischen Kirchen S. Maria Maggiore und S. Rufino wurde 1228 S. Francesco vollendet, 1256 bis 1265 S. Chiara mit den Gebeinen der hl. Klara. Im 13. Jh. erlebte Assisi eine durch die Kämpfe zwischen Guelfen und Ghibellinen von politischer Unruhe gekennzeichnete Periode. 1354 befreite Kardinal Egidio Albornoz († 1367) Assisi aus der Abhängigkeit Perugias. Im Jahre 1400 unterwarf Giangaleazzo Visconti die Stadt, die sich nach seinem zwei Jahre später erfolgten Tod wieder den Wirren der Auseinandersetzungen zwischen Guelfen und Ghibellinen ausgesetzt sah. 1426 fiel Assisi an den Kirchenstaat, wurde aber 1442 von Niccolò Piccinino erneut erobert. Nach den 1542 einsetzenden verheerenden Pestjahren wurde Assisi endgültig Teil des Kirchenstaats. 1569 wurde die Kirche S. Maria degli Angeli vollendet.