* um 1707 in Rom, † 22. März 1772 in Wien, Sänger. Francesco Carattoli, der aus einer alten römischen Familie stammte, ist in seiner Vaterstadt zum ersten Mal 1743 am Teatro della Torre Argentina nachweisbar, in der Buffa L’inganno deluso des Neapolitaners Antonio Aurisicchio (ca. 1710–1781). Caratolli trug damals den Titel eines »virtuoso da camera del Duca di Gravina«. Bis 1748 trat er dann vornehmlich in Mittel- und Süditalien auf und ging dann über Livorno nach Padua, wo er 1749 in die Truppe des Girolamo Medebach eintrat und damit auch mit C. Goldoni und B. Galuppi in Berührung kam. Opern auf Libretti von Goldoni spielten von da an in seiner künstlerischen Karriere eine bedeutende Rolle. Galuppi schrieb für ihn in den Folgejahren u. a. die Partien des Fuoribondo in Arcifanfano re dei matti, des Cecco in Il mondo della luna und des Don Tritemio in Il filosofo di campagna. Als sich 1753 sein Kollege Fr. Baglioni mit einer eigenen Truppe selbständig machte, verließ auch Caratolli Medebach. Er blieb bei Baglioni bis kurz vor dessen Rückzug von der Bühne und verließ diese Truppe erst 1759 in Florenz. Danach trat...