* Juni 1488 in Mollis (Kanton Glarus), † 28. März 1563 in Freiburg im Breisgau, Humanist und Musiktheoretiker. Heinrich Loriti wurde als Sohn einer wohlhabenden Bauernfamilie in der Nähe von Glarus geboren. Er studierte von 1501 bis 1507 bei Michael Rubellus (Röteli) in Rottweil im Schwarzwald. Ausdrücklich erwähnte er den Musikunterricht, den er dort empfangen hat. Am 5. Juni 1507 immatrikulierte er sich an der Univ. Köln, wo er zuerst Philosophie und Theologie, dann bei Johannes Cochlaeus Musik und Mathematik studierte. Die Hochschätzung gegenüber diesem Lehrer zeigte sich u. a. darin, daß er in seinem Dodekachordon Musikbeispiele von Cochlaeus verwendete. 1510 erlangte Glarean den Grad eines Lizentiaten und darauf den eines Magisters der Artes liberales. Im selben Jahr begann er seine Lehrtätigkeit mit der Auslegung von Werken Vergils, und der Briefwechsel mit Zwingli (seit 1506 Pfarrer in Glarus) setzte ein. Loriti nannte sich von da an nach seinem Heimatort »Glareanus«; später leitete er den Namen auch vom lateinischen glarea (Steinacker) ab, um den Anschein einer edlen Herkunft zu erwecken. Auf dem Reichstag zu Köln wurde er 1512 von Kaiser Maximilian I. zum poeta laureatus gekrönt. Die...