*um 1505 in Kemnath (Oberpfalz), †1564 in St. Lorenzen im Steinfeld (Niederösterreich), Lehrer und Dichter. Schmeltzl studierte ab 1523 an der Univ. Wien und kehrte als Magister nach Kemnath zurück, wo zwischen 1528 und spätestens 1535 seine Söhne geboren wurden. Eine angebliche Cantoren-Tätigkeit in Amberg dürfte auf das nahe Benediktinerkloster Kastl zu beziehen sein, 1536 ist er in Weiden belegt. Vermutlich 1538 zog er ohne Frau, doch mit drei Söhnen nach Wien, wo er etwa zwischen 1540 und 1551 Schulmeister im Schottenstift war und seine deutschen Schulspiele aufgeführt, z. T. auch gedruckt wurden. 1547 bewarb er sich erfolglos um die vormals dem verstorbenen E. Lapicida gewährten Einkünfte und schrieb seinen vielzitierten Lobspruch der Stat Wienn in Osterreich. In den frühen 1550er Jahren muß er Priester geworden sein. 1556 nahm er am Zug Erzherzog Ferdinands gegen die Türken teil, den er in seinem Türkenlied schildert. Seinen antilutheranischen Pasquillus Germanico-latinus von 1557 schrieb er zweifellos als Pfarrer in Niederösterreich. 1560 wurde er Stellvertreter des Dechants von Neunkirchen, als dessen Nachfolger er starb.