* 23. Febr. 1873 in Baden-Baden, † 21. Juli 1929 in Paris, Pianist, Lehrer und Dirigent. Nach dem Studium bei L. Diémer am Pariser Cons., wo er 1889 den 1. Preis gewann, setzte Risler seine Studien in Deutschland u. a. bei den Liszt-Schülern Bernhard Stavenhagen und E. d’Albert fort. Risler, den zwei Londoner Konzerte 1894 international bekannt machten, gehört nicht mehr der Reihe der Salonpianisten an, wie sie bis etwa 1890 vorherrschten, sondern jener jungen Generation, für die ästhetische und pianistische Werte sowohl in der Werkauswahl als auch im Spiel im Vordergrund standen. So konzentrierte er sich als erster Franzose auf Beethoven, dessen 32 Sonaten er 1905 in Paris als Zyklus spielte, und stellte für seine Zeit revolutionäre Programme zusammen, die Liszt, Wagner, Chopin und ebenso Fauré, Franck, Chabrier, J. S. Bach, Mozart und Schumann gewidmet waren. Kammmermusik spielte er u. a. mit P. Casals, J. Thibaud und G. Enescu. Durch den Liszt-Einfluß wurde er ein begeisterter Wagnerianer, arbeitete 1896 und 1897 als Korrepetitor in Bayreuth, war beteiligt an der Vorbereitung einer Aufführung der Meistersinger an der Pariser Opéra (1897) sowie der Götterdämmerung unter A. Cortot (1902) und machte ein Rheingold-Arrangement für zwei Klaviere, das er...