* 1646 in Villafranco de los Barros (Extremadura, Spanien), † 1712 in La Plata (heute Sucre, Bolivien). Araujo ist einer der größten Exponenten der lateinamerikanischen Kolonialzeit. Bis heute wurden von ihm 158 Werke katalogisiert, davon sind etwa drei Viertel vollständig erhalten, und es besteht kein Zweifel daran, daß sich sowohl in Sucre als auch andernorts noch weitere Manuskripte befinden, die ihrer Entdeckung harren. Das Werk Araujos ist für Chor geschrieben, teilweise mehrchörig, mit Continuo-Begleitung. Diese wird in den meisten Fällen von der Harfe ausgeführt. Die Stimmbesetzung reicht von 2 bis 12 Stimmen, angeordnet in bis zu vier Chören, in einem Fall – Avecillas que al alba (leider nicht rekonstruierbar) – sogar in fünf. Es sind 16 Kompositionen in lateinischer Sprache erhalten; als Kuriosa müssen die beiden tropierten Kyrie-Vertonungen mit dem Aufbau estribillo-coplas (Refrain-Strophen), ein Hymnus mit dem berühmten Guidonischen »Ut queant laxis« sowie ein Werk mit lateinischem Text im zweiten Chor und einer Mischung aus lateinischem und spanischem Text im ersten, Saludad a la aurora divina, genannt werden. Die restlichen 142 Werke sind Villancicos verschiedener Art. Diese umfassen den sehr elaborierten Typus in Imitations-Technik (wie...