*2. Mai 1627 in Füssen, †23. März 1691 in Mainz, Komponist und Geistlicher. Sein Vater Paul Baudrexel war Schulmeister an der Lateinschule des Klosters St. Mang in Füssen. Auf Vermittlung seines Förderers Johann Rudolf von Rechberg, damals Dekan des Hochstifts Eichstätt und Augsburger Domherr, wurde er in das Collegium Germanicum zu Rom aufgenommen, wo er nach eigenem Zeugnis auch Komposition studierte. Sein Lehrer war der damalige Kpm. der Anstalt, G. Carissimi. Unter ihm zeigte er in der Kirchenmusik großen Eifer (»singulariter profecit in musica«, zit. nach A. Steinhuber 21906, Bd. 1, Anm. S. 432). Nach Abschluß des theologischen Studiums zeitweilig Novizenmeister, verließ er 1651 die Anstalt als geweihter Priester und Doktor der Theologie. Rechberg, der mittlerweile Administrator des Hochstifts Augsburg und Dompropst geworden war, berief ihn in die Vierherrn des Augsburger Domstifts, die als Kanoniker mit eigener Pfründe, doch ohne Sitz und Stimme im Kapitel, zur Hebung des Chorgesangs dienten. 1654 wurde Baudrexel, nicht ohne Widerstand des ev. Rats der Stadt, die kath. Pfarrei Kaufbeuren verliehen, dazu 1655 das dortige Dekanat. Neben heftigen Kämpfen für die kath. Restgemeinde, die den streitbaren Kirchenpolitiker auf verschiedene Reichstage und an weltliche...