* 13. Juni 1834 in Quedlinburg, † 10. Jan. 1899 in Berlin, Dirigent und Komponist. Becker war ab 1850 Klavier- und Kompositionsschüler des Organisten H. Bönicke. 1853 bis 1856 setzte er seine Kontrapunkt- und Kompositionsstudien bei S. Dehn in Berlin fort. Eine 1858 komponierte und 1859 in Potsdam aufgeführte Symphonie in g-Moll erhielt 1861 nach J. Raff den zweiten Preis der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. 1867 ging Becker nach Ohlau in Schlesien. Seit 1869 wirkte er als Musiklehrer in Berlin, u. a. am Wandeltschen Institut und, seit 1881, an Scharwenkas Konservatorium. Als Komponist errang er Aufmerksamkeit 1877 mit den Klavierliedern op. 13 und 14 über Dichtungen von Julius Wolff. Ein Jahr darauf fand seine Messe b-Moll eine positive Beurteilung durch Fr. Liszt in Weimar, auf dessen Empfehlung hin das Werk 1879 durch C. Riedel in Leipzig zur erfolgreichen Aufführung gebracht wurde. Einen knappen Aufführungshinweis zu op. 26 (Geistl. Dialog für gemCh. und Alt mit Orgel) unterzeichnete Becker »Im Dom zu Riga am 4./16. Nov. 1885«. 1891 wurde er als Nachfolger R. von Hertzbergs Dirigent des Berliner Domchors. Die ihm angetragene Nachfolge W. Rusts als Thomaskantor in Leipzig lehnte er 1892 auf Wunsch Kaiser Wilhelms II. ab;...