* 25. Juni 1855 in Kaschau, Ungarn (heute Kosice, Slowakei), † 20. Aug. 1920 in Pontecchio bei Bologna, Sängerin und Gesangspädagogin. Als mehrfach preisgekrönte Schülerin des Wiener Kons., vor allem aber mit der Wertschätzung und Protektion Verdis versehen, ging Etelka Gerster nach einer nur zweijährigen Studienzeit bei M. Marchesi ins Engagement und debütierte am 8. Jan. 1876 (nach Angaben Marchesis bereits im Dez. 1875) als Gilda (Verdi, Rigoletto) am Teatro La Fenice in Venedig. Dort sang sie auch am 26. Febr. des gleichen Jahres die Ophélie in A. Thomas’ Hamlet. Weitere Stationen ihrer frühen Karriere, die von Carlo Gardini betreut wurde, den sie 1877 auch heiratete, waren Marseille, Genua, Berlin (Kroll-Oper), Moskau, Petersburg und Budapest. Als Amina (Bellini, La sonnambula) brillierte sie am 23. Juni 1877 in London am Her Majesty’s Theatre, wo sie in der gleichen Saison u. a. auch noch die Titelpartie in Donizettis Lucia di Lammermoor, Elvira (Bellini, I puritani) und die Königin der Nacht (Mozart, Die Zauberflöte) sang. Wiederum in ihrer Glanzrolle als Amina stellte sich Gerster, inzwischen Mitglied von Mapleson’s Opera Company, am 11. Nov. 1878 in New York der Kritik des amerikanischen...