* 3. Juni 1928 in Berlin, † 28. März 2010 in Neuried-Ichenheim (Baden-Württemberg), Musikwissenschaftler. Von 1950 bis 1953 studierte Prieberg Mw., Psychologie und Kunstgeschichte an der Univ. Freiburg i.Br. 1953 übersiedelte er nach Baden-Baden, wo er als Musikkritiker wirkte und als freier Mitarbeiter redaktionelle Aufgaben in der Musikabteilung des SWF übernahm. In den folgenden Jahren produzierte er Funkfeuilletons für fast alle Rundfunkanstalten der Bundesrepublik (Auswahl veröffentlicht in: Musik unterm Strich, Fr.i.Br./Mn. 1956). Neben seiner Tätigkeit als Buchautor publizierte er in Fachblättern und Zeitschriften des In- und Auslandes. Informationsreisen und Recherchen in deutschen und europäischen Musikzentren ließen ein umfangreiches Privatarchiv zur Musik des 20. Jh. (vor allem die Zeit des Nationalsozialismus betreffend) wachsen, das vom mw. Institut der Univ. Kiel in Verwahrung genommen wird.Ausgehend von der Überzeugung, daß »die Glieder der Kunst […] nicht im Vakuum [gedeihen]« (Musik unterm Strich, 1956, S. 5), beschäftigte sich Prieberg mit Musik im modernen Spannungsfeld von Kunst und Technik bzw. von Kunst und Politik. Besonders die Publikation von Musik im NS-Staat (1982) half der akademischen Mw., den bis dahin weitgehend vermiedenen Selbstreflexionsprozeß im Hinblick auf politische Verwicklungen der...