*14. Juni 1774 in Perugia, †28. Okt. 1841 in Innsbruck, Komponist und Kapellmeister. Morlacchi war zunächst Schüler seines Onkels Giovanni Mazzetti, der als Org. am Dom von Perugia tätig war, sowie des an dieser Kirche als maestro di cappella wirkenden Neapolitaners Luigi Caruso, der auch die Musikschule in Perugia leitete. Aus dieser Zeit stammen die ersten wichtigen Kompositionen Morlacchis: Via crucis (1802), die 12 piccole sonatine op. 1 (1803) und die geistliche Kantate Gli angeli esultanti al sepolcro del Redentore (1803). Zwischen 1803 und 1804 studierte er bei N. Zingarelli in Loreto, wechselte aber aus Unzufriedenheit mit dessen Unterricht an die Schule von Padre Stanislao Mattei nach Bologna. 1805 nahm ihn die Bologneser Accademia filarmonica als maestro und Komponist auf, wodurch sich Kontakte u. a. zum jungen Rossini ergaben, der 1806 Mitglied wurde. Morlacchis erster Auftritt als Opernkomponist fand 1807 mit der einaktigen farsa Il poeta disperato am Teatro alla Pergola in Florenz statt. Nachdem im Sommer das ›offizielle‹ Operndebüt mit Il ritratto am Teatro filarmonico in Verona erfolglos verlaufen war, konnte Morlacchi mit Corradino...