*16. Juni 1624 in Chinon (Indre-et-Loire), †19. Juli 1694 in Tours, Komponist und Musiktheoretiker. Das erste nachweisbare Dokument zur Biographie Ouvrards stammt aus dem Jahre 1655; in jenem Jahr ging er nach Italien, wo er insbesondere die Musik von G. Carissimi schätzte. 1657 wurde er Kpm. an der Kathedrale von Bordeaux; im Jahr darauf veröffentlichte er eine Kompositionslehre (Secret pour composer en musique, 1658), die von G. Caccini (dem er die Erfindung der Generalbaßpraxis zuschreibt) beeinflußt ist und den Stempel von A. Kirchers Musurgia mirifica (Lib. 8 der Musurgia universalis) trägt. 1660 trat er die Stelle eines chef de maîtrise an der Kathedrale von Narbonne an. 1663 wurde er schließlich maître de musique an der Sainte-Chapelle in Paris; auf diesem Posten blieb er bis zu seiner im Jahre 1679 – vermutlich wegen seiner Verbindung zu Antoine Arnauld und dem Kreis der Jansenisten von Port-Royal – erfolgten Versetzung nach Tours, wo er ab 1668 ein Kanonikat innehatte und bis zu seinem Tod wohnte.