* 21. Dez. 1628 in Schertitz (Serčice, Tschechien), † 10. Nov. 1665 in Stuttgart. Als Sohn eines ev. Pastors Augsburgischen Bekenntnisses (A.B.) und Exulanten studierte Capricornus 1640 am Gymnasium in Sopron (Ödenburg), wo er auch Mitglied des Kirchenchores war (s. K. Bárdos 1984), dann studierte er Theologie in Schlesien. Nach kurzem Aufenthalt in Straßburg und einer vorübergehenden Anstellung an der Reutlinger Schule war Capricornus 1649 in Wien und 1649/50 Privatlehrer in der Familie des Preßburger Arztes W. Rayger. Noch vor seiner Heirat (10. Okt. 1651) mit E. Knogler (der Tochter des ev. Pastors Elias Knoglerius aus Košice [Kaschau], mit der er vier Kinder hatte) wurde Capricornus im März 1651 Nachfolger von J. S. Ludwig, den Kirchenrechnungen der Jahre 1650 bis 1659 zufolge zuerst »Cantor et collega tertiae classis« am ev. (A.B.) Gymnasium, dann »Director Musicae« an der hl. Dreifaltigkeitskirche in Preßburg (er wurde auf seine Bitte hin nach einem Jahr vom Unterricht an der Schule befreit). In Preßburg komponierte Capricornus fleißig, nach seinem eigenhändigen Index Operum 112 Werke (s. Dokumente); mehrere von ihnen hat er in Opus musicum (1655) und später bearbeitet in Jubilus Bernhardi (1660) herausgegeben, manches wurde nach seinem Tode (Opus...