*1692 in Bologna (?), †7. Febr. 1753 in Dresden, Komponist. Datum und Ort von Ristoris Geburt sind nicht aktenkundig, und über seine ersten Lebensjahre sowie über seine musikalische Ausbildung ist nichts bekannt. Nach älteren Lexika soll Ristori aus Bologna stammen, während die in London verwahrte Abschrift der Kantate Verdi colli den Geburtsort Venedig indiziert. Diese Ungewißheiten dürften sich damit erklären, daß sein Vater Tommaso Leiter einer Commedia-dell’arte-Truppe war, die durch Italien und Mitteleuropa zog und die u. a. zur Zeit von Kurfürst Johann Georg III. († 1691) in sächsischen Diensten gestanden hatte. Erst der Beginn von Ristoris kompositorischen Aktivitäten führt zu greifbaren Daten: Im Sommer 1713 kam sein dramma pastorale Pallade trionfante in Arcadia in Padua heraus, gefolgt von den Opern Orlando furioso, Euristeo und Pigmalione, die im selben bzw. im folgenden Jahr in Venedig, Bologna und Rovigo gegeben wurden; nach dem Mißerfolg von Vivaldis Orlando finto pazzo kam der Orlando furioso von Ristori im Herbst 1714 in Venedig erneut auf den Spielplan.Als Tommaso Ristori und seine Comici italiani Ende Dez. 1715 erneut am Hof Augusts des Starken (1670–1733)...