I. Baukörper
1. Werk
Die Orgel (von griech. ὂργανον, lat. organum, Werkzeug, Instrument) ist »ein Aërophon aus skalamäßig gestimmten Eintonpfeifen, die durch ein Gebläse gespeist und durch Klaviaturen eingeschaltet werden« (SachsH, S. 358). Für Kleinformen der Orgel haben sich eigene Namen eingebürgert: Portativ, Positiv, Regal.
Das sog. Windwerk der Orgel (s. zum folgenden das Schema Abb. 1) hat die Aufgabe, komprimierte Luft (Wind, Orgelwind) zu erzeugen, zu speichern, weiterzuleiten und schließlich gesteuert auf die Pfeifen zu verteilen. Der Windbeschaffung dient das Gebläse. Neben Pumpen (bei der antiken Wasserorgel) waren schon früh Bälge (Schmiedebälge, später Faltenbälge, einfaltige Keilbälge [ Spanbälge ]) gebräuchlich. Schöpfbälge (zumeist getreten, im 19. und frühen 20. Jh. auch durch Balgmaschinen betätigt) und elektrische Gebläse setzen Magazinbälge (gebräuchlichste Form: mit je einer ein- und auswärtsgehenden Falte; im 20. Jh. Schwimmer- und Windkastenbälge) voraus, um einen konstanten Druck zu erzielen. Werden Falten- oder Keilbälge durch Hand- oder Fußbetrieb aufgezogen (heute auch elektrisch), fungieren sie beim Niedergehen als Windmagazine (ebenso Sonderformen wie Kasten- und Stöpselbälge). Die Regulierung des Winddrucks erfolgt durch aufgelegte Gewichte (auch durch Federn)....