I. Griechische Antike
Griech. συμφωνία (lat. consonantia, Zusammenklang) zu συμφωνέω tritt erst bei Platon auf (Kratylos 405d, Symposion 187b, Staat 187b, 616b). Als musiktheoretischen Terminus technicus finden wir das Wort erstmals in Platons Staat (531a, c) in der Bedeutung διάστημα (intervallum). Im Hellenismus erhält symphōnia auch die Bedeutung concentus (Orchester: Polybios, Historiae, lib. 26, cap. 1, § 4; lib. 30, cap. 26, § 8); Cicero spricht von einem Knabenchor als »pueri symphoniaci« (pro Milone 21, 55).
Als symphōniai betrachtete die pythagoreische Musiktheorie (Philolaos, VS 44 B 6) nur Intervalle mit Verhältnissen des Typus (n+1):n aus den Zahlen 1–4, nämlich die Oktave (2:1), die Quinte (3:2) und die Quarte (4:3) sowie deren Verdoppelungen, die Undezime (8:3), Duodezime (3:1) und die Doppeloktave (4:1). Alle übrigen Intervalle galten als διαφωνία (dissonantia), also auch die große und kleine Terz und die große und kleine Sexte. Standen die Ecktöne eines Intervalls in einem der genannten Verhältnisse, dann ergab sich »Harmonie […] des verschieden Gesinnten Sinnesverbindung« (Philolaos, VS 44 B 10). Die...