*1560 bei Viadana (vgl. Brief Viadanas vom 15. Juni 1623 in I-MOs Mompellio 30–1), †2. Mai 1627 in Gualtieri, Komponist. In seinen Drucken bezeichnet sich der Komponist schlicht als Lodovico Viadana; einer ungesicherten Überlieferung aus dem späten 18. Jh. zufolge entstammt er einer Familie Grossi. Die Annahme, daß Viadana Schüler von C. Porta war, ist nicht durch Dokumente gesichert; wenn überhaupt, dürfte es sich um sporadische Kontakte gehandelt haben. Spätestens seit 1593 ist Viadana als Mönch des Minoritenordens nachweisbar (Dok. vom Jan. 1594, vgl. F. Mompellio 1967, S. 15). Nach einem Aufenthalt bei dem Grafen Alessandro Pico in Mirandola (Modena), wo die Canzonette a quattro voci entstanden, wurde Viadana im Jan. 1594 zum Kpm. am Mantuaner Dom ernannt – möglicherweise übte er das Amt schon vorher aus. Bis mindestens 1597 (Frontispiz op. 10) war er in dieser Funktion tätig, im Jahre 1600 aber nicht mehr (Frontispiz op. 11). Ebenfalls in Mantua wirkten zu dieser Zeit auch Cl. Monteverdi, G. de Wert († 1596), G. G. Gastoldi und B. Pallavicino – alle in Diensten der Gonzaga –, doch sind Kontakte zwischen ihnen und Viadana nicht belegt (lediglich Pallavicino wird im Vorw. der Salmi a quattro cori [1612] mit Hinweis auf die...