Als Kurzform für popular music tauchte der Begriff in den 1950er Jahren in den amerikanischen Musikzeitschriften auf, um das, was in der Branche als Inbegriff der ›populären Musik‹ galt und also auch begrifflich hiervon abgeleitet blieb, von den neu entstandenen jugendspezifischen Formen des Rock’n’Roll abzugrenzen. Der Begriff stand für die vom Swing der 1930er Jahre geprägten Lieder und Balladen Frank Sinatras, Bing Crosbys (1903-1977) und Perry Comos (1912–2001), die den musikalischen Standard jener Jahre repräsentierten. Vor allem aber fungierte er als ein Kürzel, das den Musikgeschmack Erwachsener und die von ihnen kontrollierte Musikpraxis von derjenigen Jugendlicher trennte.Der genaue Grenzverlauf zwischen Rock’n’Roll und Popmusik blieb musikalisch und ästhetisch ebenso heftig umstritten, wie er andererseits zum Zeichen einer sich auffächernden kulturellen Landschaft wurde. Massenmedien, Konsumgüterindustrie und Werbung sowie die Institutionalisierung zunächst der altersspezifischen Unterschiede in einem rasch wachsenden Teenager-Markt hatten einen Prozeß der Differenzierung von Lebenswelten und Lebensstilen eingeleitet, der auch die entsprechenden Formen von Musikpraxis erfaßte. Begriffe fungieren darin als Instrumente der Grenzziehung, die sich im Markieren von Grenzverläufen und nicht in einer definitorisch schlüssigen Bezeichnung des Musizierens nach griffigen stilistischen Merkmalen erfüllen. So...