*2. Sept. 1915 in Freiburg, Komponist, Dozent und Dirigent, seit 1948 brasilianischer Staatsbürger. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Karlsruhe ließ sich Koellreutter 1934 in Berlin nieder, wo er Flöte, Komposition und Chorleitung an der Staatlichen Akademischen Hochschule für Musik unter G. Scheck, M. Seiffert und K. Thomas studierte. Er besuchte außerdem die Kurse und Vorlesungsreihe von P. Hindemith zur modernen Komposition. Als Reaktion auf die Kulturpolitik der Nationalsozialisten gründete er 1935 den Arbeitskreis für Neue Musik. Als er von der Berliner Hochschule ausgeschlossen wurde, setzte er sein Studium am Conservatoire de Musique in Genf fort, wo Marcel Moyse sein Flötenlehrer war. Außerdem besuchte er einen außerplanmäßigen Kurs für Orchesterleitung von H. Scherchen. Nach mehreren Auftritten als Flötist in verschiedenen europäischen Ländern reiste er nach Brasilien und ließ sich im Nov. 1937 in Rio de Janeiro nieder. Dort unterrichtete er am Conservatório Brasileiro de Música (1938–1940), arbeitete als Musiksetzer für eine Druckerei, die für den ortsansässigen Musikverlag Edições Arthur Napoleão tätig war, und trat abends als Flötist und Saxophonist im Restaurant Danúbio Azul auf. 1939 gründete er die Gruppe Música viva, die der Öffentlichkeit moderne Kompositionsrichtungen nahebringen und damit einen Gegenpol...