*20. (8.) April 1881 in der Festung Novogeorgievsk (heute: Modlin, Polen), †8. Aug. 1950 in Moskau, Komponist. Gemäß Familientradition schlug Mjaskovskij zunächst die Offizierslaufbahn ein. Nach kurzem Privatunterricht bei R. Gliėr (1903) studierte er von 1906 bis 1911 am St. Petersburger Kons. bei A. Ljadov, N. Rimskij-Korsakov und J. Vītols. Seine Mitstudenten B. Asafʼev und S. Prokofʼev wurden lebenslange Freunde. Von 1911 bis 1914 schrieb Mjaskovskij Kritiken für die Zs. Muzyka. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er an der Front. Von 1921 bis zu seinem Tode lehrte Mjaskovskij am Moskauer Konservatorium. Unter seinen etwa 70 Schülern befinden sich B. Čajkovskij, A. Chačaturjan, Dm. Kabalevskij, A. Lokšin, A. Mosolov und V. Šebalin. Daneben arbeitete er lange Jahre als Lektor für den staatlichen Musikverlag. Er gehörte dem Kreis um P. Lamm an. Bis 1931 war Mjaskovskij ein führendes Mitglied der Associacija sovremennoj muzyki (Assoziation für zeitgenöss. Musik, ASM). Bereits 1927 wurde er zum Verdienten Kunstschaffenden der Sowjetunion ernannt, 1940 zum Doktor der Kunstwissenschaften und 1946 zum Volkskünstler der UdSSR. Viermal gewann er den Stalinpreis. Dennoch wurde Mjaskovskij im »Beschluß« des ZK des Komponistenverbandes von 1948 als »Formalist« angegriffen.