*19. Jan. 1737 in Terlizzi bei Bari, †2. Okt. 1802 in Neapel, Sänger (Kastrat) und Komponist. Nach sängerischer Ausbildung in Neapel mit anschließendem Debüt in Rom 1757 war Giuseppe Millico von 1758 bis 1765 am russischen Hof in St. Petersburg engagiert. Nach seiner Rückkehr nach Italien machte er 1769 in Parma als Orfeo in Le Feste d’Apollo die Bekanntschaft Chr. W. Glucks und folgte diesem 1770 nach Wien, wo er in dessen drei Wiener Reformopern auftrat (in Orfeo ed Euridice, Alceste und in der UA von Paride ed Elena). Einem Engagement in Mailand 1771 folgte die Verpflichtung nach London, wo Millico von 1772 bis 1774 auf der Bühne des King’s Theatre sowie in den Salons der englischen Aristokratie zu hören war. In Paris kam es 1774 zu einer letzten Begegnung mit Gluck. Über Mannheim, Schwetzingen und Zweibrücken kehrte Millico nach Italien zurück; die Stationen der letzten Phase seiner aktiven sängerischen Laufbahn (1775–1780) waren Venedig, Florenz, Mailand und Rom. 1780 ließ sich Millico in Neapel nieder und wirkte dort als Kirchensänger (Sopranist der Cappella Reale), vor allem aber als Gesangslehrer und Komponist (u. a....