*1. Juli (nicht 1. Juni, wie seit FétisB allg. verbreitet) 1771 in Parma, †3. Mai 1839 in Paris, Komponist, Theoretiker, Pädagoge und Administrator. Ferdinandos Großvater Michael Pär, gebürtig aus dem österreichischen Peterwardein (heute Novi Sad, Kroatien), hatte an der Spitze eines Musikkorpsregiments seine Heimatstadt verlassen und sich in Parma niedergelassen. Ferdinando änderte um 1810 die Schreibweise seines Familiennamens in Paër. Seinen ersten Musikunterricht dürfte er von seinem Vater Giulio erhalten haben, der Trompete im Wachkorps und von 1778 bis zu seinem Tod 1790 corno da caccia im Hoforch. von Parma spielte. Als weitere Lehrer werden regelmäßig G. Fr. Fortunati und Gaspare Ghiretti genannt. Es fehlen jedoch gesicherte Zeugnisse aus seinen ersten 20 Lebensjahren. 1791 führte man in Parma mit dem mélodrame Orphée et Euridice sein erstes Bühnenwerk auf. Am 23. Juli 1792 wurde ihm der Titel eines »Maestro di Cappella al Servizio di S. A. R. L’Infante Duca di Parma« (I-PAas) verliehen, mit dem zwar keine Einkünfte verbunden waren, der ihm bei den folgenden Opernaufträgen für Theater anderer Städte aber finanzielle Vorteile eingebracht haben dürfte. Ein regelmäßiges Einkommen von jährlich 2000 Lire erhielt er erst durch die vom Herzog...