* um 1495 in Eichstätt, † nach 1549, wahrscheinlich in Heidelberg, Komponist, Lehrer und Kapellmeisteram kurpfälzischen Hof in Heidelberg. Lemlin erhielt seine Ausbildung offenbar an der Domschule im bayrischen Eichstätt; sein Musik- und Kompositionsunterricht fand wahrscheinlich beim dortigen Domkantor Bernhard Adelmann von Adelmannshausen statt. Das erste Dokument, das Aufschluß über Lemlins Leben gibt, ist seine Immatrikulation an der Heidelberger Univ. am 7. April 1513 als »Laurentius Lemlyn de Eystat dioc Eustatensis«. Bereits am 13. Nov. 1514 wurde ihm der Grad des baccalaureus artium verliehen. Irgendwann danach trat er in die Dienste des Kurfürsten Ludwig V. ein und stieg zum Kpm. des Heidelberger Hofes auf, wo er auch lateinische geistliche Musik und deutsche Lieder komponierte. 1549 erwähnt Georg Forster Lemlin in der Widmungsvorrede zum dritten Band seiner berühmten Sammlung Frische teutsche Liedlein. Forster erinnert den Widmungsträger, Jobst vom Brandt, an ihre gemeinsame Lehrjahre bei Lemlin, »unserm frommen Preceptore, Componisten, und hochlöblicher gedechtnuß Chürfürsten Senger oder Capellenmeyster Laurentio Lemlin.« Diese Quelle belegt, daß die Komponisten vom Brandt, Caspar Othmayr, Stephan Zirler, und Forster selbst als Chorknaben in Heidelberg Schüler Lemlin gewesen waren. Kollektiv wurden sie später...