vor *1532 in Zwickau, †25. Juli 1565 ebd., Komponist. An der Lateinschule in seiner Vaterstadt ist David Köler – vermutlich Schüler von P. Schalreuter – nach eigenen Worten »erstlich in dieser [Musik] vnd andern Künsten erzogen/ vnd treulich vnterweiset worden« (Zehen Psalmen, Vorw.) . Am 12. Aug. 1551 wurde er als »artium studiosus« in der Artistenfakultät der Univ. Innsbruck immatrikuliert. Die niedrige Aufnahmegebühr von nur 8 Pfg. sowie der Hinweis »pauper« sprechen für eine ärmliche Herkunft. Ein nächster urkundlicher Nachweis findet sich für den 1. Juni 1554 in Schönfeld (Böhmen) mit der Unterzeichnung seiner in Leipzig veröffentlichten und dem Rat der Stadt Zwickau gewidmeten Zehn Psalmen Davids. Darin befindet sich auch der älteste Druck des vollständig deutsch übersetzten Lutherbriefes vom 4. Okt. 1530 an L. Senfl. In Schönfeld heiratete er Margarethe, eine Schmiedstochter. Vermutlich war er zu diesem Zeitpunkt an der 1554 im benachbarten Schlaggenwald gegründeten Lateinschule tätig. Als Nachfolger des kränklichen N. Herman übernahm Köler 1556/57 das Kantorat in St. Joachimsthal. Der bedeutende Theologe Johannes Mathesius, ein Freund von Senfl, war sein kirchlicher Vorgesetzter. Eine sich von April 1557 bis Anfang 1563 anschließende Tätigkeit...