* 23. April 1858 in London, † 9. Mai 1944 in Woking (Surrey), Komponistin. Ethel Smyth stammte aus einem bürgerlich-viktorianischen Elternhaus; die Mutter hatte in Paris einen musikalischen Salon geführt, den u. a. Fr. Chopin, G. Rossini und G. Sand frequentierten. Ihre erste musikalische Ausbildung erhielt sie durch eine Gouvernante, die am Leipziger Kons. studiert hatte. Ihren Wunsch, zum Kompositionsstudium nach Leipzig zu gehen, konnte sie nur gegen den entschiedenen Widerstand des Vaters durchsetzen (1877). Vom dortigen Unterrichtsniveau enttäuscht, ging sie bereits ein Jahr später als Privatschülerin zu →H. von Herzogenberg. Im Salon von dessen Frau Elisabeth lernte Smyth wichtige Persönlichkeiten des europäischen Musiklebens kennen, darunter →Brahms, →Cl. Schumann und →Grieg. Unter dem Einfluß ihres Lehrers komponierte sie bis 1887 ausschließlich Klavier- und Kammermusik und setzte sich intensiv mit der Musik J. S. Bachs auseinander. Auf Anraten Čajkovskijs wandte sie sich dem Studium der Instrumentation zu. 1890 gab sie mit der Serenade ihr Orchesterdebüt in England. Die 1891 komponierte Messe wurde 1893 auf Vermittlung Queen Victorias in der Royal Albert Hall uraufgeführt. Zwischen 1892 und 1924 entstanden sechs Opern, die an führenden Opernhäusern in England und Deutschland uraufgeführt wurden.1911 bis...