*17. Nov. 1816 in Mauth (Vysoké Myto) bei Prag, †28. Juni 1876 in Wien, Musikwissenschaftler. Der Vater von August Wilhelm Ambros war Postmeister (vorher Militär), seine Mutter eine Schwester des Hofrats und Musikhistorikers R. G. Kiesewetter in Wien. Ambros studierte Rechtswissenschaften und wurde 1839 an der Univ. Prag zum Dr. jur. promoviert. Gleichzeitig bildete er sich in Musik und in den bildenden Künsten aus. Ambros besuchte das Prager Kons. zu einer Zeit, als neben seinem Onkel Kiesewetter auch Fr. D. Weber, Schüler von Abbé Vogler und erster Dir. ebd., und Joh. Fr. Kittl, Nachf. von Fr. D. Weber und Schüler V. J. Tomašeks, dort wirkten. Aus gleicher Schule gingen u. a. I. Moscheles, J. Schulhoff, Hans Seeling und E. Hanslick hervor. Mit seinem um neun Jahre jüngeren Prager Jugendfreund Hanslick teilte Ambros manche Wesenszüge, wenn er auch später zeitweise in Widerspruch zu ihm geraten ist. Beide traten mit eigenen Kompositionen an die Öffentlichkeit, beide gehörten in Prag dem Verein Beethovenianer an und bildeten als Flamin (Ambros) bzw. Renatus (Hanslick) eine Art Prager Zweig von Schumanns Davidsbündlern. Vom Einfluß beider Komponisten zeugen auch Ambros’ spätere Kompositionen. 1840 kam Ambros in das Prager Fiskalamt und brachte es in...