* 17. Februar 1926 in Wien, † 14. Februar 2023 in Wien, Komponist, Dirigent und Geiger. Friedrich Cerha erhielt früh Unterricht in Geige, Harmonielehre und Kontrapunkt und wurde 1943, noch vor Beendigung des Gymnasiums, zur deutschen Wehrmacht eingezogen. Nach Desertion und Kontakten zum Widerstand lebte er 1945 ein halbes Jahr als Bergführer in Tirol. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er Musikerziehung, Violine (bei Gottfried Feist und Vasa Prihoda) und Komposition (bei Alfred Uhl) an der Akad. (heute Univ.) für Musik und darstellende Kunst in Wien sowie Germanistik, Philosophie und Mw. an der Wiener Universität (Promotion 1950 mit einer Diss. Der Turandot-Stoff in der deutschen Literatur). Ab 1950 Musikerzieher an Wiener Gymnasien, heiratete er 1952 die Musikerzieherin und Cembalistin Gertraud Möslinger (zwei Töchter).
Cerha stand bereits während seiner Studienjahre als Komponist und Geiger an vorderster Front der Avantgarde und pflegte regen Kontakt mit Mitgliedern des Art-Club (u. a. Paul Kont, Gerhard Rühm sowie Maler und Dichter); daneben erhielt er in bezug auf seine Auseinandersetzung mit der Wiener Schule wichtige Anregungen von dem in der Internationalen Ges. für Neue Musik Österreich tätigen Schönberg-Schüler Josef Polnauer. 1956...