* ca. 1580 in Venedig, † 17. Januar 1651 in Rom, Komponist, Theorbist und Lehrer. Die Vermutung, dass er in Venedig geboren sei, bestätigt die Angabe »nato in Venetia« hinter Kapspergers Namen in den Taufnotizen seiner Söhne Filippo Bonifacio und Carlo Andrea (1611 und 1612). Kapspergers Vater, »Colonello Guglielmo« (s. Libro primo de madrigali Rom 1609, Vorwort, ohne Seitenzahl), diente laut Marcantonio Stradella, dem Herausgeber des Libro primo de madrigali (1609), dem österreichischen Herrscherhaus. Über die Mutter, Dorothea Humblin, hat sich ein Schmähbrief aus der Feder von Kaspar Schoppe (1576–1649) erhalten (I-Rli, Fondo Faber 415 fol.346.), in dem dieser sie mit zahlreichen mythologischen Bezügen als Hexe darstellt und behauptet, sie hätte ihren Ehemann, Kapspergers Vater, vergiftet. Diesem nicht datierten Brief zufolge, der auch die Namen der Adressaten nicht aufweist, vermietete Dorothea Humblin in den Jahren kurz nach 1600 an wohlhabende junge Deutsche, die im Rahmen der sogenannten ›Kavalierstour‹ Rom besuchten. Weitere Dokumente zu Kapspergers Eltern oder dem angeblichen Giftmord sind bisher nicht aufgetaucht. Seine Kindheit scheint er in Venedig verbracht zu haben, ab 1591/92 ist...