1. Henri-Etienne, * 2. Aug. 1780 in Albi, † 1. Febr. 1856 in Livry, SängerDerivis, Henri-EtienneHenri-Etienne Derivis. Henri-Etienne Dérivis nahm ab Dez. 1799 Gesangsstunden am Pariser Conservatoire. Am 11. Febr. 1803 debütierte er an der Opéra als Sarastro in Les Mystères d’Isis, L.-W. Lachniths französischer Bearbeitung von Mozarts Zauberflöte; im selben Jahr wurde er in die Kapelle des Ersten Konsuls Bonaparte aufgenommen. An der Opéra trat Derivis in kurzer Zeit die Nachfolge anderer Bässe wie Martin Joseph Adrien, Joseph Dufrêne und vor allem Augustin Chéron an, die weniger talentiert waren oder am Ende ihrer Karriere standen. Von 1808 bis 1827 war er Erster Baß dieses Hauses, sang aber bereits seit 1805 in allen neuen Werken die Rollen des ersten Basse-taille (Stimmengattungen, in: MGG2S, Bd. 8 [1998], Sp. 1806f.). Zu den rund 40 Werken, an deren UA er beteiligt war, gehören u. a. drei wichtige Opern G. Spontinis: So spielte er den Oberpriester in La Vestale (1807) und Antigone in Olympie (1819), in der Erstfassung von Fernand Cortez (1809) verkörperte Derivis den Oberpriester der Mexikaner, in der zweiten...