*5. Sept. 1734 in Paris, †22. Juli 1794 ebd., Komponist und Musikschriftsteller. La Borde, der aus einer wohlhabenden Familie stammte, erhielt eine Ausbildung in der Finanzwirtschaft und wurde als fermier général tätig. Musikalische Studien betrieb er bei Rameau (Kompos.) und Dauvergne (V.). Bereits mit 14 Jahren komponierte er eine Oper, die Parodie La Chercheuse d’oiseaux (1748). Der Pariser Erfolg seiner opéra comique Gilles (1758), gleichfalls eine Parodie, verhalf ihm zu einer gewissen Bekanntheit. Ende der 1750er Jahre begann La Borde eine Liaison mit der Tänzerin Marie-Madeleine Guimard, der er bis 1773 verbunden war. 1762 trat er in den Dienst Ludwigs XV. (1715–1774), der ihn zum premier valet de chambre ernannte. Während der folgenden Jahre entfaltete La Borde eine rege Kompositionstätigkeit, in deren Mittelpunkt Opéras comiques und Chansons standen. 1773 besuchte er Voltaire in Ferney und reiste nach Italien, wo er in Neapel mit Piccini zusammentraf. Nach dem Tod des Königs verlor er seine Stellung am Hof und wurde wieder fermier général. Im selben Jahr heiratete er Adélaïde de Vismes, die Schwester des Dir. der Académie royale de musique, die für La...