* 6. August 1918 in Los Angeles, † 22. November 2001 in Genf, Jazz-Veranstalter, Jazz-Manager und Jazz-Produzent. Norman Granz, Sohn jüdischer Immigranten aus dem damals russischen Tiraspol, die 1904 in den USA angekommen waren, wuchs in bescheidenen Verhältnissen ohne musikalische Förderung in ethnisch gemischten Vierteln von Los Angeles auf. Er studierte an der University of California Philosophie, Politikwissenschaft und Wirtschaft von 1936 bis 1938 und 1940 bis 1941, ohne das Studium abzuschließen, und arbeitete nebenher u.a. in Filmstudios und als Aushilfe an der Börse. Ab 1939 intensivierte sich sein Kontakt zur Jazzszene um die Central Avenue, in deren Nähe er aufgewachsen war. Durch Besuche von Clubs wie z.B. »Club Alabam« und Theatern wie dem Lincoln Theater erweiterte er seinen afroamerikanischen Bekanntenkreis, zu dem u.a. die Jazzmusiker Nat King Cole, Lester Youngs Bruder Lee (1914–2008), Billie Holiday oder Roy Eldridge gehörten. Dort nahm er als Zuschauer an den ›After Hour Jams‹ teil. Ab 1942 organisierte Granz in Billy Bergs Club »Trouville« in Los Angeles ethnisch integrierte Jam-Sessions, also auch für afroamerikanische Musiker zugängliche Veranstaltungen. Bei diesen Auftritten erhielten die lokalen...