*9. Juli 1898 in La Ferté-Alais (Essonne), †14. Sept. 1962 in Nantes, Komponist. Während des Ersten Weltkrieges besuchte Marcel Delannoy, jedoch ohne rechte Überzeugung, ein auf das Studium der Architektur an der École des beaux arts vorbereitendes Atelier. Als er im April 1917 Artillerist wurde, schwor er sich, sich ganz der Musik zu widmen, wenn er vom Tod verschont bliebe (s. A. Boll 1957, S. 12f.). Während des Waffenstillstands heiratete er Lisette Claveau, die ihm die grundlegenden Elemente des musikalischen Satzes vermittelte. Seine intensiven Bemühungen, umfassende musikalische Kenntnis zu erwerben, führten ihn zu J. Gallon, dann zu A. Gédalge. Kompositorische Ratschläge erhielt der im wesentlichen autodidaktisch gebildete Delannoy darüber hinaus von E. Cools, L. Aubert und A. Roland-Manuel; er traf in den Künstlerkreisen um A. Honegger, der ihn auf seinem Weg zum Komponisten unterstützte, insb. mit M. Jaubert, P. O. Ferroud und D. Lazarus zusammen. Seinen Lebensunterhalt bestritt Delannoy mit bescheidenen Beschäftigungen verschiedenster Art, u. a. als Dekorateur und als Lehrer, bis er 1927 durch seine erste Oper dem Publikum als Komponist bekannt wurde. 1961 erhielt er für sein Gesamtwerk den Grand Prix musical du Conseil général de la Seine.