Geburtsdatum unbekannt, † nach 1690, Lautenist, Komponist und Musiklehrer. Jacques Gallot entstammte einer im 17. Jh. nachweisbaren Dynastie französischer Musiker, deren Wirkungsstätten in Frankreich, Polen und England lagen. Er ist der Bruder des Le vieux Gallot d’Angers genannten Alexandre Gallot (1625/30–1684; vier diesem zugeschr. Werke befinden sich in F-Pn Res.823). Jacques Gallot war Schüler von E. Gaultier und wirkte im letzten Viertel des 17. Jh. in Paris, wo er einen ausgezeichneten Ruf genoß. Er organisierte regelmäßig Konzerte und verkehrte in hohen gesellschaftlichen Kreisen sowie am Hof; zu seinen Schülern gehörte u. a. S. de Brossard. Eine Verwandtschaft zu dem französischen Lautenisten und Komponisten Antoine Gallot (Gallois, Galot, † 1647 in Wilna), der vor 1643 in der kgl. Kapelle von Władysław IV. angestellt war und in Polen großes Ansehen genoß, ist hingegen nicht erwiesen (Antoine Gallot hinterließ einen zweist. Kanon in M. Scacchis Cribrum musicum, Vdg. 1643; veröff. als Canon à 2 voix in Œuvres de Gallot, hrsg. von M. Rollin, P. 1987 [= Corpus des luthistes français]).