*2. Juni 1807 in Prag, †28. Nov. 1861 in Wien, Komponist und Organist. Der Sohn des Apothekenbesitzers Ignaz Führer wurde 1817 Sängerknabe am Prager St.-Veits-Dom bei seinem Taufpaten, dem Domkpm. J. N. A. Vitásek, der zugleich sein musikalischer Lehrer war. 1826 wurde er zweiter, 1831 erster Domorganist 23jährig übte er weiterhin das Organistenamt am Stift Strahov aus und war erster Lehrer an der neu gegründeten Prager Orgelschule. Schließlich wurde er nach Vitáseks Tod 1839 dessen Nachfolger als Domkapellmeister. Der musikalisch sehr talentierte und sprachbegabte Musiker (er beherrschte neben Deutsch und Tschechisch fünf weitere Sprachen) hätte eine große Perspektive gehabt, wenn ihn nicht eine unglückliche Ehe, seine Alkoholneigung und ein Gerichtsverfahren wegen Betrugs aus den Bahnen geworfen hätten, was 1845 zu seinem Rücktritt führte. Nunmehr begann ein unstetes Leben durch Böhmen, Österreich und Bayern. Er berührte als Stationen 1845 Wien, Prag, 1847 Salzburg, 1849 München und Augsburg, 1850 Freising, Eggenfelden und Braunau, 1853 Gmunden, 1855 Vöcklabruck, Wels, Neuhofen, St. Florian, Eferding, Linz und Maria Taferl, 1856 Wolfsegg, Salzburg und Altheim, 1857 Ried und Aspach, 1858 erneut Ried. Oft am Rande des Existenzminimums (sichtbar anhand der drei sog. Groschenmessen bzw. der nach...