* in Cahors (Quercy), fl. Mitte des 16. Jh., Komponist. Ferriers kompositorisches Schaffen besteht heute aus den Quarante-neuf psalmes de David, die 1559 in Lyon mit Schrifttypen, die die Schrift des Manuskripts imitieren (Schrifttype Civilité, Musik in Tropfen-Form), von Robert Granjon gedruckt wurden. 1568 gab der Pariser Drucker Nicolas du Chemin eine Neuausgabe heraus. Der Inhalt, eine Übersetzung von 49 Psalmen, des Simeonischen Lobgesangs und der zehn Gebote von Clément Marot, zeigt altertümliche Züge. In der Tat korrespondiert er mit der Auswahl, die Loys Bourgeois mehr als zehn Jahre vorher (1547) vorgenommen hatte; von anderen Psalmsammlungen unterscheidet er sich dadurch, daß diese zusätzlich zu den Übersetzungen von Marot jene von Bèze vorlegen (z. B. seit 1554 die Pseaulmes LXXXIII de David, vertont von L. Bourgeois). Die Bevorzugung des berühmten Dichters Marot bei Ferrier veranschaulicht möglicherweise den Wunsch, dessen Rezeption auszuweiten. Zugleich stellt sie aber auch wahrscheinlich eine Hommage des Komponisten an den Dichter dar, der 1554 gestorben war und, wie Ferrier, aus Cahors stammte.Vom musikalischen Standpunkt betrachtet, besteht die Besonderheit der Sammlung darin, daß sie eines der wenigen Beispiele für eine dreistimmige Vertonung des Psalters darstellt. Die Pausen in der (einzig erhaltenen) Tenorstimme...