*um 1515?, †um 1570?, Komponist. Von ihm sind heute sechs Messen (4–5v.), ein einzelnes Credo (8v.), fast 100 Motetten (4–7v.), vier Magnificat (4v.), ein Te Deum (4v.), eine Lamentation (4v.) und ungefähr 60 Chansons (2–6v.) bekannt. Unter der Herrschaft von Karl IX. war Maillard ein bevorzugter Komponist der Drucker Le Roy und Ballard, mit den nach O. de Lassus am zweithäufigsten publizierten Stücken. Seine Werke erfuhren als Drucke (Paris, Lyon, Antwerpen, Wittenberg, Nürnberg, Löwen, Mailand, Venedig) und als Handschriften (Barcelona, Tarazona, Aachen, Breslau) in ihrer Originalgestalt sowie in Form instrumentaler Bearbeitungen eine große Verbreitung. Außerdem haben einige Werke Maillards anderen Komponisten seiner Zeit als Vorlage gedient: Lassus nahm einige seiner Motetten als Parodievorlagen (wie »Eripe me de inimicis«), und G. P. da Palestrina sowie Cl. Goudimel haben je eine Messe auf der Grundlage von zwei Stücken Maillards (der fünfstimmigen Motette »Eripe me de inimicis« bzw. der vierstimmigen Chanson »Tant plus je mets«) geschrieben. Fr. Rabelais nennt ihn im Prolog zum Quart livre (1552), und P. de Ronsard stellt ihn im Vorwort zum Livre des meslanges (1560) als Schüler Josquin des Prez’ dar. Diese verschiedenen...