* um 1510, † zwischen 1556 und 1561, Komponist und Sänger. Girolamo Cardano bezeichnete Phinot als »Gallus« und teilte mit, daß dieser wegen Homosexualität hingerichtet wurde (Theonoston [1561], gedr. in: Opera omnia Bd. 2, Lyon 1663, S. 354). Einige Dokumente, darunter zwei auf den 26. März 1545 bzw. 20. Nov. 1555 datierte (I-MOs, Archivio per materie, Musica e musicisti, b. 1 bzw. I-Fas, ms.Classe I, Div.G, Filza 105, no.6, Archivio di Urbino), lassen darauf schließen, daß er beim Herzog Guidubaldo II. von Urbino beschäftigt war, dem Phinot einen Motettenband widmete (1554) und der im Mai 1544 Phinot für den Posten des Kantors der Kathedrale vorschlug. Phinots früheste Motetten erschienen 1538 in Venedig und Ferrara; neun fünfstimmige Motetten wurden in G. A. Castigliones Mutetarum divinitatis (RISM 15433) aufgenommen. Vier umfangreiche Einzeldrucke seiner Motetten und Chansons für vier bis acht Stimmen wurden von G. und M. Beringen 1547/48 in Lyon gedruckt. Die Motetten führten zu einer weiten Anerkennung seines musikalischen Könnens, wie die Nachdrucke von A. Gardane und G. Scotto in Venedig, S. du Bosc in Genf, T. Susato in Antwerpen und A. Berg und U. Neuber in Nürnberg belegen. Widmungsschreiben und Textgegenstände in den von Beringen...