*um 1563 in St. Omer (spanische Niederlande), †24. Okt. 1633 in Rouen, Organist und Komponist. Er stammte aus einer Handwerker- und Musikerfamilie, die seit dem ausgehenden 15. Jh. in St. Omer ansässig war. Seine musikalische und humanistische Ausbildung war nach dem Empfang der Priesterweihe 1585 abgeschlossen. In Rouen fand er eine erste Anstellung als Org. an St. Jean, um bereits 1588 nach erfolgreichem Wettbewerbsspiel an die Kathedrale zu wechseln. 1604 erhielt Titelouze seine lettres de naturalité, und 1610 wurde er in das Domkapitel aufgenommen. Unter seiner Aufsicht hatte Cr. Carlier 1601 die Orgel der Kathedrale erneuert und erweitert; bei mehreren Orgelprojekten wurde Titelouze um Rat gebeten, und sein Einfluß reichte bis nach Amiens und Poitiers. 1632 ließ Titelouze eine Messe »avec symphonie« aufführen, für die im Langhaus der Kathedrale von Rouen »quatre grands théâtres« (A. Collette/A. Bourdon 1892, S. 78) errichtet worden waren, um die aufgebotene Zahl an Sängern und Instrumentalisten unterzubringen. Seine poetische Kompetenz bezeugen zwei Chants royaux, die 1613 und 1630 vom Puy des Palinods, einer literarischen Gesellschaft in Rouen, preisgekrönt wurden.