* 13. Oktober 1822 in Erfurt, † 13. Februar 1896 in Bremen, Komponist, Organist, Dirigent, Chorleiter und Gesangspädagoge. Carl Reinthaler wurde als Sohn des Pädagogen und Theologen Karl Christian Wilhelm Reinthaler (1794–1863) geboren und am 10. November 1822 auf den Namen Carl Martin getauft. Er verwendete zunächst die Schreibung Karl Martin, veröffentlichte aber schon seit Ende der 1840er-Jahre seine Kompositionen unter Weglassung des zweiten Vornamens ausschließlich als Carl Reinthaler. Er besuchte die schulischen Einrichtungen des Martinsstifts, das sein Vater leitete, sowie das Königliche Gymnasium in Erfurt. Ab etwa dem zehnten Lebensjahr erhielt er Klavier-, Orgel- und Theorieunterricht bei August Gottfried Ritter. Erste Kompositionen sind aus der zweiten Hälfte der 1830er-Jahre im Autograph erhalten (Gesellschaft der Theater- und Musikfreunde Erfurt e. V.). 1841 bezog Reinthaler die Universität in Berlin und war seit 1844 unter Carl Friedrich Rungenhagen Mitglied der Sing-Akademie. Nach theologischem Examen nahm er Unterricht bei Adolph Bernhard Marx und bewegte sich im Umkreis von Carl von Winterfeld. Eine Cantate nach Worten der heiligen Schrift wurde 1846 uraufgeführt und 1848 sein erstes gedrucktes Werk. Ende der 1840er-Jahre wirkte er als Liedkomponist...